Selbstvergiftung vermeiden

Etliche Heilmittel werden in einer Darreichungsform angeboten, dass sie als Zäpfchen in den Enddarm eingeführt werden. Der Enddarm, obwohl Ausscheidungsorgan, ist also durchaus in der Lage, (medikamentöse) Wirkstoffe aufzunehmen.

Noch intensiver ist selbstverständlich die Aufnahmefunktion der weiter oben liegenden Darmabschnitte: deren Funktion liegt schwerpunktmässig in der Aufnahme (der Nährstoffe aus der Nahrung). So geraten jedoch alle möglichen Substanzen aus dem Darmlumen in den Körper. Nicht nur wertvolle Nährstoffe und Medikamente. Auch problematische Substanzen!

Aus diesem Grund sollten wir uns einige grundlegende Gedanken darüber machen, was sich in unserem Darm befindet, und was damit passiert. Unsere Ausscheidungen über den Darm bestehen

  • zu 1/3 aus Nahrungsmittel-Resten
  • zu 1/3 aus Darmbakterien (Darmflora)
  • zu 1/3 aus abgeschilferten Darmschleimhaut-Zellen (im Rahmen der kompletten Erneuerung im Zeitraum von jeweils 3 Tagen)

Es sind also keinesfalls nur unsere Nahrungsmittel, die über unseren Darminhalt und unsere Gesundheit entscheiden. Problematische Substanzen sind nicht nur die, welche wir uns durch qualitativ fragwürdige Ernährung zuführen, sondern auch die, welche z.B. aufgrund einer ungeeigneten Darmflora und aufgrund zu langsamer Ausscheidung im Darm aus den Nahrungsmittel-Resten, aus den Darmmikroben und aus den Darmschleimhaut-Resten entstehen.

Punkt 1: keine Verstopfung zulassen

Wir müssen dafür sorgen, dass keine Verstopfung den Abtransport der Abfälle behindert. Alle Verwesungsprozesse des Darminhalts sind umso problematischer, je länger der Darminhalt bis zur Ausscheidung braucht. Ideal wäre vermutlich ein Stuhlgang pro Mahlzeit. Auch die Durchlaufzeit muss stimmen: so sollten z.B. die Reste eines Randensalats oder Spinats ihre Färbung nicht erst nach Tagen in der WC-Schüssel offenbaren, sondern innerhalb von 12 – 24 Stunden.

Punkt 2: Auf Verwesungsvorgänge achten

Wenn der Darminhalt ordnungsgemäss verarbeitet ist, sollten die Exkremente geformt, von eine gleitfähigen Schleimschicht bedeckt, mittelbraun, nicht schmierend und weitgehend geruchlos sein. Abweichungen davon weisen auf Verwesungsvorgänge und andere Probleme im Verdauungstrakt hin:

  • Gestank bedeutet: Verwesung von Eiweissen, bei der Leichengifte entstehen.
  • Blähungen bedeuten: Gärung, bei der auch Alkohole, einschliesslich sehr giftiger Fuselalkohole, entstehen.
  • Schwimmende Faeces bedeuten: Gärung (dito). Bei Gärung entstehen ja sowohl  Alkohol und Kohlensäure.
  • Zu helle Faeces deuten auf Störung des Leber / Galle Systems hin.
  • Schmierende Faeces (die Streifen in der WC-Schüssel hinterlassen): ebenfalls Leber / Galle.

Punkt 3: richtig interpretieren

Eine „gesunde“ Ernährung schützt Sie keineswegs vor Verdauungsproblemen und „Verwesungsvorgängen“:

  • Gärung und die Bildung von hochgiftigen Fuselalkoholen, findet durchaus auch bei vegetarischer Ernährung statt. Wenn man aus irgendwelchen Früchten oder Agrarprodukten alkololischen Most und Wein machen kann, und wenn sich daraus Schnäpse brennen lassen, werden all diese Früchte und Agrarprodukte (inclusive Korn und Kartoffeln) auch in Ihren Därmen gären können.
  • Fäulnis und die Bildung von hochgiftigen Leichengiften findet durchaus auch bei vegetarischer Ernährung statt, obwohl weniger tierischen Eiweisse zugeführt werden. Wenn ein Drittel des Darminhaltes aus Zellen von der Darmschleimhaut stammt, ist dieses ehemalige  „Fleisch“ Ihres eigenen Körpers nun in Form von Zell-Leichen im Darminhalt angesammelt. Die Verwesung nimmt ihren Lauf; zu lange sollten Sie also nicht warten bis Sie den Darminhalt ausscheiden.
  • Wenn die Darmflora (= unser innerer Komposthaufen) nicht mehr richtig funktioniert, wird auch optimale Ernährung nicht vor solchen im Darm entstehenden Verdauungsproblemen schützen. Je problematischer Ihre Darmflora zusammengesetzt ist, desto intensiver die Probleme.

Alle Verdauungsprobleme führen zur Selbstvergiftung!

Alle genannten Verdauungsprobleme führen zur Selbstvergiftung, indem die im Darm befindlichen und im Darm entstehenden problematischen Substanzen zwangsläufig in den Körper aufgenommen werden. Der (Volumen-)Anteil der Substanzen aus Nahrungsmitteln macht dabei lediglich einen Drittel aus; extreme Ernährungsfetischisten sollten also die Rolle der zugeführten ungesunden Nahrungsbestandteile nicht überbewerten. Zwei Drittel der (Volumen-)Anteile kommen von der Darmflora und den eigenen Körperzellen. Höchst problematisch ist dabei also

  • eine zu lange Verweildauer im Darm, und
  • eine gestörte Darmflora (typisch auch nach Antibiotika-Anwendungen).
  • Ebenfalls problematisch ist, wenn eine bereits übermässige Präsenz von Pilzen durch die Zufuhr von  Süssigkeiten (Zucker) und durch Übersäuerung (gestörtes Säuren / Basen Gleichgewicht) aufrechterhalten wird.

Was nützt eine noch so optimale Ernährung, die uns mit allen denkbaren Vitaminen und Mikro-Nährstoffen versorgt, wenn uns eine gestörte Verdauung nicht nur daran hindert, diese wertvollen Substanzen aufzunehmen, sondern unseren gesamten Stoffwechsel mit hochgiftigen Fuselalkoholen und Leichengiften überschwemmt und sabotiert?

Eine Optimierung der Ernährung und Verdauung erfordert in erster Linie eine Umstellung im Hinblick auf einen schnellen Transport durch den Verdauungstrakt und auf eine regelmässige Ausscheidung (Punkt 1). Die obengenannten Warnhinweise (Punkt 2 und Punkt 3)  sind in die angemessenen Massnahmen umzusetzen. Wenn die Ernährungsumstellung alleine den gewünschten Erfolg nicht bringt, muss eine Darmsanierung / Symbioselenkung vorgenommen werden. Dies ist auch nach jeder oralen Anwendung von Antibiotika angezeigt.

Für eine Darmsanierung und Symbioselenkung bzw. eine probiotische Therapie stehe ich Ihnen als Naturheilpraktiker gerne zur Verfügung. 

Erlauben Sie mir noch den Hinweis, dass die Verdauung auch einen starken psychosomatischen Bezug hat: Dr. Bach, der Begründer der Bach-Blüten Heilweise, hat den Zusammenhang zwischen Gemütszustand und Darmproblemen als Klinikarzt eingehend beobachten können. Erst die Bach-Nosoden der Homöopathie, und dann die Bach-Blüten Heilweise, sind Entwicklungen, die diesen intensiven Bezug konkret umsetzen. (Für die Bach-Blüten Heilweise finden Sie ein interessantes Studien-Angebot auf meiner Homepage www.naturheilkurse.ch). Ebenso kennt die TCM (die Traditionelle Chinesische Medizin) den Bezug von  Psyche und Verdauung. Jedem Meridian ist eine Emotion zugeordnet, und geradezu die Hälfte aller Meridiane ist den Verdauungsorganen zugeordnet: Dickdarm, Dünndarm, Leber, Galle, Milz-Pankreas, DreifachErwärmer. Im Rahmen einer ganzheitlichen Heilkunde sind auch solche Zusammenhänge angemessen zu berücksichtigen.

Nachtrag:
Im St. Galler Tagblatt (28. Juni 2011, Seite 29, Lokalteil St. Gallen) ist beschrieben, wie effizient Alkohol auch über den Enddarm in den Körper gelangt: Unter dem Titel „Anstössige Tampon-Trinker“ steht u.a.:

„US-Jugendliche haben einen weiteren, kreativen Weg gefunden, sich trotz … ordentlich zu betrinken: Sie führen sich mit Alkohol getränkte Tampons ein. Je nach Geschlecht in andere Körperöffnungen. Vorteil: der Alk ist schnell im Blut, die … Fahne fällt weg.

Dieser interessante Artikel von (hae) erschien übrigens unter der Rubrik „Countdown„, mit der Schlussbemerkung: „Der OpenAir-Countdown läuft: Noch zwei Tage bis zum Festival.“

Dank diesem Artikel können die OpenAir Besucher sich nun in letzter Minute entsprechend vorbereiten 😉
Wir hingegen sind uns umso klarer, wie schnell und intensiv auch Fuselalkohole aus einer gestörten Verdauung in unseren Kreislauf gelangen und uns vergiften.

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